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30 Tage durch Skandinavien – Teil 2

Vom Atlanterhavsvegen auf die Lofoten – die Sehnsuchtsdestination im Norden

Nach einem sonnigen, ersten Teil der Reise im Süden Norwegens und durch Fjordnorwegen ging es an den Atlantik zum Atlanterhavsvegen und der erste Teil der Reise endete mit einem Abend bei den ‚The Atlantic Road Cabins‚. Und genau hier beginnt der 2. Teil der Reisebeschreibung.

TAG 10

Von den  ‚The Atlantic Road Cabins‚ (Utheimsveien 91, 6532 Averøy, Norway) geht es weiter nach Trondheim. Relativ unspektakulär haben wir den schnellsten weg über die E39 nach Trondheim gesucht. 4 Stunden später erreichen wir seit langem mal wieder eine Stadt. Wir haben uns für einen ‚Bobilplatz‘ (Wohnmobil-Parkplatz) in der Stadt entschieden, der fussläufig gut vom Zentrum zu erreichen ist. (Maskinistgata 2, 7042 Trondheim, Norway). Durch das neu entstandene Viertel Solsiden geht es zum traditionellen Viertel mit den  bunten Holzhäusern an der ‚Gamle bybro‘ (alte Stadtbrücke). Um einen guten Kontrast in die Stadttour einzubauen, machen wir einen kleinen Abstecher in das Clarion Hotel Trondheim. Das Hotel ist nicht nur von außen extrem futuristisch, sondern auch innen ein echter Hingucker: Ecken, Kanten, facettenreich und farblich auf schwarz, weiß, gold reduziert.
Gleich bei der Trondheimer Brauerei ‚E.C.Dahls Bryggeri‚ liegt ein Hafenbecken, das mit einem U-Boot-Aufbau sehr fotogen überrascht.

Trondheim-1
Trondheim-Clarion
Trondheim-Clarion-Lobby
Trondheim-2
Trondheim-3
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Trondheim-5
Tag 10

TAG 11

Von Trondheim nehmen wir morgens Fahrt auf Richtung Norden und nach einigen Kilometer auf der E6 erreichen wir Steinkjer. Kurz nach Steinkjer geht auf den Namsosvegen direkt nach Namsos. Ab hier geht es auf eine der schönsten Panoramastraßen der Welt,  der Kystriksveien oder auch kurz genannt Kystveien (Küstenweg), die Fv17.  Kaum erreichen wir diese Straße, verstehen wir sofort warum und wie sich diese Route ihren Namen eingehandelt hat. An diesem Abend erreichen wir nach einer Fährverbindung von Horn nach  Andalsvågen den Offersøy Camping, wirklich ein netter Campingplatz mit einer sensationell schönen Aussicht und einer sehr freien Möglichkeit parken zu können.

Hier merken wir bereits schon Anfang September ist die Campingsaison in Nordnorwegen schon zu Ende. Die Rezeption ist nur telefonisch zu erreichen und unkompliziert können wir mit einem kleinen Obulus, den wir im Briefkasten deponieren sollen, den Platz für die Nacht bezahlen. Hier im Norden wird noch auf die Ehrlichkeit der Mitmenschen gezählt.

Offersøy-Camping
Offersøy-Camping-2
Offersøy-Camping-3
Tag 11

TAG 12

Der Morgen am Offersøy Campingplatz hat mich wirklich in seinen Bann gezogen. Die Landschaft zieht einen förmlich mit der Kamera ins Geschehen und durch ein intensives Wolkenspiel tut sich jeden Moment eine neue Erfahrung in und mit der Natur auf. Dabei stört es auch überhaupt nicht, wenn sich ein kleiner Regenschauer dazwischen schiebt und man nur noch daran denkt, die Kamera ins Trockene zu bringen.

Von hier setzen wir unsere Reise auf dem Kystriksveien fort und sind überglücklich vorab durch eine Reportage darauf gestoßen zu sein.

Wenige Kilometer entlang der Fv17, kommen wir am Wetter Dass Museum vorbei. Dank meiner Recherche weiß ich, dass ein Besuch sich zumindest fotografisch lohnt. Mein guter Riecher hat sich bewährt. Dieser Ort ist eine Symbiose aus Tradition und Moderne, Schafblöken vs. Kirchturmläuten und ein hypermodernes Museum, das in einen Fels geschnitten wurde. Um eine Antwort auf den glatten Stein dieser überdimensionalen Felsspalte zu geben, in die man dieses nette Museum hineingebaut hat, wurden nur Glas und Holz im Inneren verwendet und eine Metallfassade gibt die Form für das Gebäude. Ein Ort der sich fotogen und filmisch top in Szene setzen läßt.

Wir sind voller Glück als wir nach diesem Stop unsere Reise fortsetzen.

Allerdings hält dieses Glück nur bis Levang. Hier wollen wir die Fähre nach Nesna nehmen und müssen leider erfahren, dass die Fähre wegen eines technischen Schadens nicht an diesem Tag operieren wird. So bleibt uns nichts anderes übrig als in Stordalen zurück auf die E6 zu fahren  Richtung Mo i Rana. Auch auf dieser Strecke nach Stordalen kommen wir durch den 10,67 Kilometer langen Toven Tunnel der erst 2014 eröffnet wurde. Damit bei diesen sehr langen Tunneln neueren  Datums die Aufmerksamkeit nicht schwindet, hat man zwischendurch blaue Illuminationen installiert, die recht interessant sind und ihre Wirkung definitiv nicht verfehlen.

Auch wenn wir zunächst etwas enttäuscht sind nicht den ganzen Kystriksveien abfahren zu können, so entpuppt sich die neu gewählte Strecke trotzdem als Highlight.

Kurz hinter dem Polarkreis kommen wir am Luonosjåhkå vorbei, ein reißender Fluss mit einer tollen Hängebrücke, die wir rechtzeitig erspähen und zu einem Halt nutzen.

Nach diesen Erlebnissen wollen wir für die Nacht einen guten Platz haben bevor wir auf die Lofoten übersetzen. Kurz vor Bodø sehen wir rechtzeitig das Schild Richtung Saltstraumen am Ende des Kystriksvegen. Ich kann mein Glück nicht fassen, doch noch einmal zurück auf diese Strecke zu kommen und es hätte wirklich nicht besser kommen können, denn der Campingplatz direkt an der Brücke hat einfach alles: Gute, saubere und toll ausgestattete Duschen/WCs und Küche plus Waschmaschinen-/Trockner- Möglichkeit sowie eine ideale Lage. Man kommt schnell auf die Brücke, um das Phänomen der enormen Strömung von Saltstraumen von oben sehen zu können. Allerdings gibt es auch tolle, kleine Wanderwege zu verschiedenen Punkten, von denen man ganz unterschiedliche Einblicke in das Strömungsverhalten an diesem Fluß bekommt.

An diesem Abend schauen wir uns wieder einmal glücklich und sehr beseelt an und beschließen, diesem Ort zwei Tage zu widmen.

Petter-Dass-Museum-1
Petter-Dass-Museum-2
Petter-Dass-Museum-3
Helgelandbrücke
Polarkreis-1
Polarkreis-2
Nordnorge-Brücke über den Luonosjåhkå
Nordnorge-2
Tag 12

TAG 13

Gleich hinter dem Campingplatz entdecke ich am anderen Morgen ein Schild Richtung Hotel ‚Hjemmetjenesten Saltstraumen‘. Das klingt heimelig und lädt mich zu einem Morgenspaziergang ein. Von hier aus kommt man zu einem schönen Weg zum Fluß und weil das Wetter mich mal wieder herausfordert, finde ich natürlich jede Menge schöner Fotomotive. Besonders die norwegischen Rorbuer haben es mir angetan. Und hier werde ich am Fluß fündig und fotografiere mich bereits schon am Morgen ‚rauschig‘.

Der Rest des Tages steht ganz im Zeichen der stärksten Strömungen der Welt und wir finden alle Ecken, von denen man diese beleuchten kann. Nie hätte ich gedacht, dass ein Phänomen so glücklich machen kann.

*Rorbu (plur. Rorbuer) ist die norwegische Bezeichnung für eine nur saisonal genutzte Fischerhütte. Das Wort Rorbu setzt sich aus den Wörtern „Ro“ (Rudern) und „bu“ (Wohnen) zusammen. Die Hütten wurden insbesondere im Nordland. Die Hütten sind aus Holz errichtet und meist mit der früher billigen roten Tranfarbe gegen Witterungseinflüsse geschützt und auf Stelzen gebaut, so dass man sie direkt mit dem Boot erreichen kann.

Saltstraumen-1
Saltstraumen-2
Saltstraumen-3
Saltstraumen-4
Saltstraumen-5
Tag 13

TAG 14

Der zweite Morgen am Saltstraumen ist nur noch organisatorischer Natur und schnell fahren wir nach Bodø. Plant man die Überfahrt auf die Lofoten  parkt man am besten direkt am Fähranleger und läuft von hier aus in die Stadt. Seit unserem letzten Besuch in 2012 hat sich einiges getan. Wir laufen durch die Fußgängerzone und landen am Ende an der modernen ‚Stormen Concert Hall‘. Auch hier ist nordisch, modernes Design vorherrschend und ein Gang ins Gebäude lohnt sich. Nur ein paar Meter weiter kommt man an eine Marina und diese wird von einer begehbaren Mole eingerahmt. Der Gang bis ans Ende der Mole lohnt sich ebenfalls: Fischverarbeitung ist hier noch im vollen Gange, alte Holzboote am Ende der Mole bieten ein sehr fotogenes Motiv sowie einen spannenden Blick auf die Skyline von Bodø, die sich seit 2012 enorm verändert hat.

An diesem Tag haben wir aber auch noch einmal Glück, da einerseits die Stadt im Wahlfieber ist und dies einen interessanten Einblick in die norwegische Gesellschaft vermittelt. Außerdem bietet ein Kulturfestival in Bodø gerade an der Stadtmarina einige sehenswerte Performances.

Unsere Fähre verlässt Bodø am Freitag um 16.45 Uhr und die Fähre ist bei sonnigem Wetter sehr gut gebucht. 3 1/4 Stunden später erreichen wir Moskenes im Süden der Lofoten. Die Fähre sollte man wirklich am besten online buchen, wenn man garantiert an einem bestimmten Tag auf den Lofoten landen möchte. In der Saison im Sommer ist das Buchen ein Muss, denn die Lofoten sind ein echtes Sehnsuchtsziel für viele Menschen geworden.

Wir fahren den Campingplatz gleich sofort hinter dem Fähranleger an, den wir von unserem letzten Aufenthalt auf den Lofoten sehr gut in Erinnerung haben. Diese Erfahrung machen wir allerdings nicht zum zweiten Mal noch einmal. Der Platz hat sich vergrößert und trotz deutlich mehr Kapazitäten hinkt das Angebot der Wasch-/Dusch- und Toilettenmöglichkeiten hinter her. Dieser Platz ist irgendwie vom Erfolg überrollt worden. Eigentlich hatten wir uns hier 2 Tage vorgenommen, aber diesen Plan werfen wir schnell über den Haufen.

Bodø-1
Bodø-2
Bodø-3
Bodø-4
Bodø-5
Bodø-6
Lofoten-Moskenes-Fähranleger
Tag 14

TAG 15

Am nächsten Morgen fahren wir gleich früh morgens nach Å, ein kleines Fischerörtchen im Süden der Lofoten. Wir parken den Van hinter dem Örtchen und wandern zum Aussichtspunkt, von dem man einen fantastischen Blick auf das Bergmassiv im Süden hat. Den Süden sollte man auf gar keinen Fall zu schnell wieder verlassen, denn hier ist die Natur am wildesten. Für Hiker ist dies definitiv der Ort der Sehnsucht.  Wir machen noch einen kleinen Gang durch Å, das Fischerörtchen bevor wir weiter nach Reine fahren. Reine ist wahrscheinlich der am häufigsten fotografierte Orte auf den Lofoten, denn der liegt absolut beeindruckend eingerahmt von einer Bergkette und betrachtet man diesen Ort von oben scheint es, als läge er an einer Kaldera. Mein praktischer Tipp für Reine: Fährt man mit dem Auto/Wohnmobil nach Reine rein, sollte man sich auf gar keinen Fall von einem der ersten Parkplatzwärter ködern lassen und einen bezahlten Parkplatz wählen, sondern bis ans Ende des kleinen Örtchens fahren und dort parken.

Nach einem netten Rundgang machen wir uns weiter auf den Weg Richtung Norden und kommen auf Sakrisøy an ‚Anitas Seafood Restaurant‘ vorbei. Hier lohnt sich ein Stop. Der Laden beschäftigt sich mit dem Thema Stockfisch und selbst die Lampen weisen darauf hin. Hier gibt es auf jeden Fall diverse Delikatessen zu entdecken und wenn man sich durch die Preise nicht abschrecken läßt, könnte ein Snack die Reise hier krönen.

Auf unserer Weiterfahrt werden wir hinter jeder Ecke auf’s Neue geflasht und kommen aus dem Staunen einfach nicht mehr raus. Unser nächster geplanter Stop ist das ‚Lofoten Beach Camp‚ gleich neben Flakstad. An diesem Strand befindet sich eine bekannte Surfschule und seit neustem gibt es hier einen Top Campingplatz mit einem netten Restaurant. Zu em Campingplatz gehören Picknick-Bänke & Tische mit Grillmöglichkeiten, die wir uns für den Abend auf den Zettel geschrieben haben. Doch vorher müssen wir bei diesem tollen Wetter Nusfjord unbedingt einen Besuch abstatten. Nusfjord ist ein idyllisch gelegenes Fischerörtchen und bei unserem Besuch traf ich einen extrem netten Fischer, der mir nach einer netten Unterhaltung sogar ein Dorschfilet schenkte, das wenig später am Abend bei uns auf dem Grill landete und zu den wahrscheinlich besten Abendessen unserer Tour wurde.

Dieser Abend war Magie pur inklusive eines sensationellen Sonnenuntergangs und Surfer, die einen der letzten Sommerabende am Strand zelebrierten. Mehr geht nicht ….

Å-Lofoten-1
Å-Lofoten-2
Å-Lofoten-3
Reine-Lofoten-1
Sakrisøy-Lofoten-1
Moskenesoya-Lofoten
Nusfjord-Lofoten-1
Nusfjord-Lofoten-2
Lofoten-Beach-Camp-1
Lofoten-Beach-Camp-2
Tag 15
Tag 15

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