Passage durch den Panama Kanal

Passage durch den Panama Kanal

Seereisen sind heute wohl eher das “ganz Normale”. Allerdings eine Route, die mir besonders am Herzen lag, war die Durchquerung des Panamakanals.

Ich näherte mich morgens von der Pazifikseite dem Kanal und konnte es kaum glauben: Herrscharen von  Pelikane flogen um unser Schiff und dann kam die Skyline von Panama City plötzlich immer näher und irgendwie hatte ich das einfach nicht so riesig erwartet. Hochhäuser über Hochhäuser und wieder Hochhäuser. Längst war der Kanallotse schon an Bord gekommen und kaum haben wir die “Brücke der Amerikas” ins Visier genommen, ist es auch so weit: Hier verbindet die Panamericana den Norden und Süden des Doppelkontinents. Vorbei geht es an dem 2004 eingeweihten Biodiversity Museum Panamas, das von dem Stararchitekten Frank Gehry entworfen wurde.

Kurze Zeit später erreichen wir auch schon die erste der drei Schleusen, die Miraflores-Schleuse, eine zweistufige Anlage. Schon von hier kann man in der Ferne bereits die zweite Schleuse sehen, die Pedro Miguel Schleuse. Kaum haben wir die Schleusen passiert, fahren wir bereits auf auf einer Höhe von 27m über dem Meeresspiegel und erst kurz vor der Karibikküste passieren wir die dritte und letzte Schleuse, die dreistufige Gatún-Schleuse. Auch hier werden wir wieder in Schlepptau genommen und die typischen Loks ziehen uns auf ihrer Zahnradspur an Seilen durch die Schleuse, durch die wir gefühlt hautnah an den Schleusenwänden entlang gezogen werden. Während des sich senkenden Wasserspiegel kann man schnell schon einmal Beklemmungen bekommen, wenn man durch das Restaurant dens Schiffes läuft und plötzlich nur noch Wände sieht. In den Anfängen des Kanals wurden die Schiffe tatsächlich noch mit Mulis, den Maultieren, durch die Schleuse gezogen. Kaum vorstellbar bei den heutigen Ozeanriesen. Die Schleusen haben eine Länge von 305 Meter und eine Breite von 33,5 Meter. So passen gerade noch die Containerriesen der Panama-X-Klasse durch.

Was groß war, ist jetzt nach dem 26. Juni 2016 noch größer. 102 Jahre nach seinem Bau  eröffnete der ausgebaute Panamakanal seine neuen  Schleusen. Nach neun Jahren Bauzeit können fortan auch Schiffe mit bis zu 14.000 Containern an Bord die Wasserstraße in Mittelamerika passieren. Bislang war der Kanal lediglich für Schiffe befahrbar, die maximal 4.400 Container geladen hatten. Auch Tanker für beispielsweise Flüssiggas können nun Kosten und Zeit sparen, indem sie durch den Panamakanal fahren statt um das südamerikanische Kap Hoorn herum.

Damit können wieder 96 Prozent aller Schiffe, die auf den Weltmeeren unterwegs sind, durch den Panamakanal geschleust werden. Die Kanalverwaltung rechnet mit einer Verdoppelung des Frachtdurchsatzes. Derzeit werden 300 Millionen Tonnen jedes Jahr durch Mittelamerika geschifft. Künftig sollen es 600 Millionen Tonnen sein. Und somit ist der Panamakanal nach dem Suezkanal die zweitwichtigste Wasserstraße der Welt. Die etwa 80 Kilometer lange Passage verbindet den Pazifik mit dem Atlantik.

Ich war auf jeden Fall sehr froh, hier noch einmal die Fahrt durch den alten Teil machen zu können und als wir am Nachmittag den Gatúnsee erreichen, erschließt sich eine komplett andere Landschaft im Atlantik. Wir fahren an unzähligen Inseln vorbei, diverse Schiffe liegen hier auf Reede und warten auf ihre Einfahrt in den Kanal und kaum sind wir am Hafen von Colón, dem Hauptumschlagsplatz von Panama, vorbeigetuckert, erreichen wir auch schon die karibische Küste. Von hier sind es nur noch einige wenige Seemeilen zu den San Blas Insel. Doch das ist eine andere Geschichte.

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